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musik modellflug fliegen diverses

Kellersaison

15. Dezember 2017

Mit den sinkenden Temperaturen wird man zunehmends wieder in den Keller verscheucht. Es stehen Reperaturen, Modifikationen, Projektfortsetzungen und neue Projekte an.

z.B. eine E-flite F-4. Ein kleiner Jet für einen 80er Fön, der sehr schön (leider auch schwer) gemacht ist. Ich habe den vor 2 Jahren in einer Aktion von Staufenbiel für 200.- (zum Vergleich, der Regler von YGE, den das Modell erhielt, kostete gleichviel…) gekauft, seit damals stand der Karton rum. Auf Mailmans drängen fing ich dann mal an zu bauen.  Wohlwissend, dass er vermutlich auf ‚meinem‘ Modellflugplatz nicht fliegbar sein wird. Ich habe mich für folgende noch benötigten Komponenten entschieden: Ein 80mm Jetfan mit einem Typhoon HET 700-68-1200 Motor an 6s ist laut rc-network.de Forum die sinnvollste Motorvariante, wenn man nicht den originalen eflite-Fön verbauen will. Laut ejets Messungen liefert diese Kombi 3,0kg Schub (ohne Kanäle) an 6s bei 102A. Ausserdem ein YGE 120LV Regler, ein eflite Fahrwerk mit Wemotec/Tamjet Tuningbeinen und Savöx 0225 Servos auf allen ausser dem mit einem S3150 ausgerüsteten Pendelhöhenruder.

Der ‚Bau‘ ist straightforward, die Anleitung ist ausführlich und präzise geschrieben, und alle Teile passen mit wenigen Ausnahmen zusammen. Tragisch ist halt, dass das Modell für seine Grösse recht schwer ist.

Der Jetfan lief ohne Probleme mit einem festen Hauchen und ohne nennenswerte Unwucht und ist nun eingebaut. Sobald die Fehrwerke eintreffen, kann auch dieses verbaut werden, womit die F-4 dann flugfähig sein wird.

Kleinvieh. Hinten die F-4, mittig die PC-7, vorne die Freewing Panther.

Die PC-7 habe ich vor vielen Jahren mal angefangen zu bauen. Es ist eine Eigenkonstruktion nach 3-Seiten-Ansicht und soll ein einfaches Flugzeug ohne Schnickschnack, Fahrwerk und 4s Antrieb (Scorpion SII-3014-1220KV) werden. Der Rohbau war soweit fertig und beglast, jetzt war nur noch die Montage der Leitwerke und Flügel und das Anpinseln fällig. Und natürlich die Haube, deren Tiefziehform gerade im Bau ist.

Die Freewing Panther hatte ich schon mal und war viel unterwegs mit ihr. Ich hab sie vermisst, wäre das Ding doch prädestiniert für die Wiese in der Nähe meines Arbeitsortes.

Der Originalfön war nicht so stabil, bei jeder unsanften Landung hat sich das Gehäuse verbogen, so dass die Schaufeln bis zum Abbrechen daran kratzten. Später gabs bei ready2fly einen besseren Fön mit mehr blättern und mehr Schub, den ich nachgerüstet hatte und eigentlich super zum flieger passte. Leider hatte dieser einen Plastikkonus als Motorabdeckung, der am Motor schliff, bis er schmelzte und den Motor blockierte, den Regler (und das BEC…) zum Abrauchen brachte und das Modell zum Enischlag brachte.

Dieses mal versuche ich mein Glück mit einem Change Sun 64mm Impeller. Nach langer Suche fand ich dazu einen passenden Motor bei MHM Modellbau (leider schon wieder ausverkauft!) Der Abgesetzte Motorflansch war leider immer noch ein bisschen zu kurz, weswegen ich meiner Fräse einen 2mm-Abstandhalter aus Platinenmaterial in Auftrag geben musste. Ausserdem war die Angelegenheit furchtbar unwuchtig, weshalb ich noch etwas wuchten musste: Fön am Schraubstock und Servotester montiert laufen lassen. Den Spinner habe ich an einer Stelle im Innern ausgeschliffen, d.h. eine bewusste Unwucht produziert. Durch verdrehen des unwuchtigen Spinners galt es nun, eine Stelle zu suchen, bei der die Vibrationen minim waren.

Weiters steht noch der Bau einer Aeronaut Rafale an. Gekauft als Bausatz mit allem Zubehör von jemandem, der sie zu klein fand…

Allerdings konnte ich mich mit dem Klang des Turbofan 4000 nicht anfreunden. Somit wollte ich erst einen anderen 120mm Impeller verwenden, damit ich das Hosenrohr von Aeronaut verwenden kann. der Ejets 120 Pro bat sich dafür an, allerdings war damit der mitgekaufte Neu-Motor überfordert. Also benötige ich nun auch einen anderen Motor (mittlerweile wird der Jet ganz schön teurer als angenommen – nur wegen dem genialen Fauchen moderner Vielblattföns…). Irgendwann bin ich dann zum Kompromiss gekommen, dass ein Jetfan 100 die beste Lösung ist, vorallem Gewichtsmässig. Damit wird aber das Hosenrohr von Aeronaut obsolet und muss neu gebaut werden. Nach einigem Pröbeln im CAD hatte ich dann ein Urform-Modell für den 3D-Drucker parat. Das muss ich nun noch spachtel und verschleifen.

Oben das Originalrohr, unten das gedruckte Positiv:

Der Freewing Eurofighter, vom Wartungs:Flug Verhältnis gesehen mein schlimmstes Modell, zeigt im Flug ein wüstes Schaukeln um die Querachse. Kann sein, dass die labbrigen Canards dafür (mit-)verantwortlich sind. Querruder auf Canards ist eh ein Witz, deshalb habe ich nun die 2 winzigen Servos rausgeschmissen und durch ein recykeltes Hitec HS-80 ersetzt, so dass jetzt nur noch Höhenruder auf den Canards ist und alles etwas weniger wackelt. Die neu geharzten Hebel an den Canards sind auch unbeugsamer als die feinen Plastikoriginale. Ausserdem ist jetzt noch ein Empfängerkanal frei geworden, womit ich endlich wieder den Schubvektor aufs Höhenruder aktivieren kann. Zuvor musste ich dessen Kanal dem Bugfahrwerk opfern. Dieses fuhr nämlich ein, wenn die anderen Ausfuhren… Ein Servoimpulsinverter an diesem Kanal brachte leider keine Abhilfe, das Bugfahrwerk fur zwar mit den anderen ein, aber dann in Ruckartigen Bewegungen wieder aus. Suboptimal.

Kompliziert war auch die Reparatur einer V-Leitwerkshälfte des Dingos. Dessen Rumpf befand sich in einem vom Wind umgeblasenen Rucksack, und der Stoss wurde vom besagten Leitwerk abgefangen und in Knickenergie umgewandelt.

Einem befreundeten F5D Selbstlaminierer konnte ich einen Restblätz teures feines Carbongewebe abbetteln (leider hat er mich dabei gleich noch dazu überredet, ihm eines seiner nicht mehr aktuellen F5D Modelle abzukaufen…). Die Knickstelle, nur auf der Unterseite des Leitwerks, habe ich weggedremelt und das bisschen Material aussen angeschäftet. Entlang der Bruchstelle habe ich mit ein bisschen Mumpe eine Stütze produziert und dann die Schäftung mit Gewebe überlaminiert. Dan folgte langes präzises abschleifen des überstehenden Gewebes und mit einem Hauch Klarlack kam auch der frühere Glanz zurück. Zum Abschluss musste ich noch die abgebrochene Dichtlippe wieder mit Harz/Balloon/Thixo neu machen. 2g ist das LW nun schwerer (wegen der beim schleifen ungemein nützlichen Mumpenstütze), sieht nicht mehr ganz so schön aus wie vorher, aber das ist der Fluch von Sichtkohle…

und finally….nach langem Warten kam endlich mal das Päckli mit der Black Horse L-39 an. Wie gut, dass mein Bus so viel Platz hat! Der Bau muss allerdings noch etwas warten, bis die Raffel fertig ist. Ausserdem muss ich bis dann noch etwas arbeiten gehen, damit ich das teure Zubehör auch bezahlen kann…